Aero-Club Koblenz e.V.
Ultraleichtfliegen

Luftsportgeräte im Aufwind

Der ständig steigende Kostendruck, der auf der motorisierten Fliegerei lastet, hat die Konstrukteure veranlasst, neue Wege einzuschlagen. In den 80er Jahren machte sich eine neue Generation von Flugzeugkonstrukteuren, zuerst im Experimentalbereich daran, kleine, leichte und einfache Flugzeuge zu entwickeln, die an die Anfangszeit der Fliegerei erinnerten. Der einzige Unterschied: Dank neuer Werkstoffe waren sie viel leichter, als die motorisierten Vorgänger der Pionierzeit. Die gesetzliche Vorgabe von maximal 150 Kilogramm Leergewicht für diese Luftsportgeräte erforderte filigrane Konstruktionen, die hohen Belastungen, wie sie nun mal in der Fliegerei vorkommen, nicht gewachsen waren. Es gab Zellenbrüche mit fatalen Folgen. Das wiederum erforderte die Einführung von Rettungsgeräten, die der Gesetzgeber schließlich zur Auflage für die Zulassung machte. Später wurden die Bauvorschriften geändert. Stufenweise erhöhte man das zulässige Gesamtabfluggewicht auf heute 450 kg. Die Hersteller nutzten diese Gewichtserhöhung für Zellenkonstruktionen, die in der Belastbarkeit keine Wünsche mehr offen ließen. Bruchlastvielfache vom 6-fachen Gesamtgewicht sind heute Bedingung für die Zulassung von Luftsportgeräten. Dennoch, die Rettungsgeräte sind geblieben und gehören auch heute noch zur Pflichtausstattung. Jedes Ultraleichtflugzeug ist mit einem Rettungsfallschirm ausgestattet der, im Falle einer Auslösung durch den Piloten, Flugzeug und Besatzung sicher zu Boden bringt.

Die Flugleistungen heutiger UL sind erstaunlich, moderne Geräte erreichen bis zu 280 km/h Reisegeschwindigkeit, wobei der Gesetzgeber fordert, dass Sie noch bei einer Mindestgeschwindigkeit von 65 km/h fliegen. Die geringen Mindestgeschwindigkeiten ermöglichen kurze Start- und Landestrecken (50 bis 150 Meter) Ultraleichtfluggelände lassen sich ohne nennenswerte Eingriffe in die Natur realisieren. Die Meisten sind nur an Warnhinweisen erkennbar. Untersuchungen belegen, dass die Tierwelt kaum Notiz von den Eindringlingen in ihren Lebensraum nimmt. In zunehmendem Maße bedienen sich Umweltorganisationen des Ultraleichtflugzeuges, um Überwachungsaufgaben wahrzunehmen. Was die kurzen Start- und Landestrecken betrifft, stellt eine Notlandung auf einem Feld kaum ein Risiko dar... auch ein Sicherheitsaspekt! Ebenfalls zur Zulassung gehört der Nachweis, dass sie nur maximal 58 Dezibel Lärm produzieren, damit sind sie die leisesten motorisierten Flugzeuge. Der geringe Treibstoffverbrauch von ca. 12 l/h macht die UL sparsamer als die meisten PKW, wenn man den Vergleich auf die zurückgelegte Strecke pro Liter bezieht... auch ein Plus für die Umwelt. Neue Technologien, vor allem im Triebwerkbereich, fördern die Entwicklung von modernen Fluggeräten. Die Folge, der Markt boomt. Hersteller und Ausbildungsstätten erzeugen auch hier zu land neue Arbeitsplätze.

Der Aero-Club Koblenz hat sich dieser Entwicklung gestellt und im Jahre 1998 die UL-Abteilung  gegründet. Ziel ist es, den Mitgliedern motorisiertes Fliegen zu bieten, welches kostengünstig, sparsam und umweltverträglich ist, ohne Zugeständnisse an die Flugsicherheit. Einen wesentlichen Beitrag zur Flugsicherheit leistet das in jedem Ultraleichtflugzeug integrierte Rettungssystem. Dieses besteht aus einem Fallschirm mit einer Traglast von 520 kg, der im Bedarfsfall von einer Rakete aus dem Flugzeug gezogen wird. Zur Auslösung zieht der Pilot einen Rettungsgriff. Der Fallschirm entfaltet sich nach dem Ausschuß innerhalb 2 Sekunden und bringt Flugzeug und Besatzung sicher zu Boden.

Der Verein bietet seinen Mitgliedern die Ausbildung zum UL-Pilotenschein. Hierzu stehen mehrere ehrenamtliche Fluglehrer zur Verfügung. Die Ausbildung ist kostenfrei, bezahlt wird nur der Charterpreis für das Flugzeug und die Landegebühr an den Platzhalter.

Interessenten finden bei trockenem Wetter ab Spätnachmittag immer einen Ansprechpartner auf unserem Clubgelände. Der Weg dorthin ist nach dem Kreisverkehr an der Einbiegung zum Flugplatz Winningen ausgeschildert.