Trotz des allgemein geltenden Verbotes, Aktivitäten in der Luftfahrt zu entwickeln, arbeitete in den Jahren 1948 bis 1951 eine kleine Gruppe von Flugenthusiasten hinter verschlossenen Türen an der Vorbereitung der Wiederaufnahme des Flugbetriebes. Sie nannten sich "Vereinigung der Freunde des Segelflugsportes Mittelrhein", und ihr Wille zum Fliegen war ungebrochen. Die Luftsportvereine Andernach, Koblenz und Neuwied fanden sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen und nahmen den Flugbetrieb auf dem "Hummerich" auf. Gemeinsam mit den damals dort stationierten französischen Fliegerkameraden gründete sich in bester Einvernehmlichkeit der "Internationale Segelflugclub Hummerich". Immerhin vier Segelflugzeuge, darunter auch der sagenumwobene Schulgleiter "SG 38", konnte die Vereinigung ihr Eigen nennen.

Innerhalb dieser komplizierten aber durchaus hoffnungsvollen Anfangsaktivitäten formierte sich der Aero-Club Koblenz, dessen offizielle Gründung auf das Jahr 1951 zurück geht.

Im Jahre 1954 löste sich die Arbeitsgemeinschaft auf. Als 1956 das Gelände von den französischen Streitkräften an die Besitzer zurückgegeben wurde, zog der Aero-Club Koblenz nach Mendig, auf den damals ebenfalls zu den französischen Streitkräften gehörenden Flugplatz. Im Jahre 1956 wurde der Motorflug in Deutschland wieder freigegeben. Natürlich waren auch die Koblenzer mit dabei, und der Aero-Club Koblenz erwarb sein erstes Motorflugzeug - eine "Tiger-Moth". Um ohne einen Flugplatz in Koblenz zur Verfügung zu haben und dennoch fliegen zu können, nahmen die damaligen Mitglieder heute kaum vorstellbare Strapazen auf sich, bis dann schließlich Ende 1956 nach Koblenz umgezogen werden konnte, nämlich auf das dort bereits bestehende Flugfeld Karthause. Zu dieser Zeit besaß der Verein drei Motor- und vier Segelflugzeuge. Das war schon was - nicht nur für damalige Verhältnisse.

Doch auch diese Bleibe sollte nicht von langer Dauer sein. 1965 wurde wegen der Bebauung der Karthause der Flugbetrieb eingestellt. Der Segelflug wanderte bis 1969 nach Ailertchen (Westerwald) und der Motorflug ging wieder nach Mendig. Bestand der Flugzeugpark bis zu diesem Zeitpunkt lediglich aus Motor- und Segelflugzeugen, gesellte sich bald in Mendig der erste Motorsegler hinzu.

Endlich - im Jahre 1970 konnte der Flugbetrieb, zunächst provisorisch, 1971 dann endgültig, auf dem Flugplatz Koblenz-Winningen aufgenommen werden. Hier bezog der Aero-Club Koblenz Quartier in einer dort angemieteten Halle. Doch die rasante Entwicklung des Vereins ließ diese Unterkunft bald aus allen Nähten platzen. Eine eigene, den Zukunftsplänen der Flieger entsprechende Halle musste her. Nach langjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit war es dann soweit. Im Jahre 1987 wurde die neue Halle auf eigenem Gelände eingeweiht, einschließlich neuer Clubräume und einer komplett ausgestatteten Werkstatt.

Gerade mal zwölf Jahre nach diesem denkwürdigen Ereignis, steht den nun vier Flugabteilungen bereits eine weitere Flugzeughalle zur Verfügung. Segelflug-, Motorsegler-, Motorflug- und die jüngst hinzugekommene Ultraleichtabteilung bieten für den Flugbegeisterten ein überaus breites Spektrum von möglichen Flugaktivitäten. Die Mitglieder nennen sechs Segelflugzeuge, ein schleppfähiges Motorflugzeug, vier Motorsegler, ein Ultraleichtflugzeug und darüber hinaus ein sehr schönes Clubheim mit entsprechenden Freizeiteinrichtungen ihr Eigen.

Seit dem Jahr 2008 sind die vier Abteilungen wieder zu dreien geworden, nachdem sich Motorflug und Motorsegler aufgrund von Änderungen im Lizenzrecht zusammengeschlossen haben, um besser gemeinsame Ziele zu verfolgen. Nun bietet der Verein seinen Mitgliedern sieben Segelflugzeuge, zwei Motorflugzeuge und zwei Motorsegler (davon je eins schleppfähig) und drei Ultraleichtflugzeuge, wovon ebenfalls eines für Flugzeugschlepps ausgestattet ist. Auch die Anzahl der privaten Flugzeuge im Verein hat stetig zugenommen, sodass heute beispielsweise insgesamt 20 Segelflugzeuge in Koblenz-Winningen stationiert sind.

Auch für den Nachwuchs wird gesorgt. Ob in einer eigenen Jugendgruppe, oder während der sonstigen Schulungsaktivitäten der Aero-Club Koblenz bietet die Möglichkeit zur Ausbildung von Piloten in den Bereichen Segelflug, Motorsegler/Motorflug und Ultraleicht.

Alles in allem eine bemerkenswerte Entwicklung angestoßen durch einige wenige, die den Gedanken der Fliegerei trotz widriger Umstände und höchster Entbehrungen nie aufgeben wollten und aufrecht erhalten von den nachfolgenden Fliegergenerationen, nicht zuletzt durch deren kompromissloses Bekennen zur allgemeinen Luftfahrt.

Fliegen ist ein schöner Sport. Das einige unserer Mitglieder aus der "Gründerzeit" immer noch aktiv sind zeigt, Fliegen hält Körper und Geist fit. Es ist ein Sport für Idealisten, für Leute, die sich nicht von langen Flugpausen, den Unbilden des Wetters oder technischer Sachzwänge abhalten lassen. Die Ausübung der Sportart Fliegen verlangt von jedem Einzelnen ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Einsatz in mannigfacher Weise. Der Gegenwert: ein kaum beschreibliches Erlebnis.

Nähere Informationen zur Vereinsgeschichte finden Sie in unserem Archiv oder in unserer Chronik (für 5€ beim Vorstand erhältlich)